Über Pazifismus, Widerstand und die Frage, wie es weitergehen kann:
Die Klimakrise eskaliert. Die Emissionen steigen weiter, die meißten Kipppunkte sind schon erreicht oder kurz davor, Planetare Grenzen werden überschritten und Menschen verlieren bereits heute ihre Lebensgrundlagen. Und gleichzeitig wirkt die Klimabewegung erschöpft und blockiert Warum hat sich so wenig verändert trotz jahrelanger Proteste?
In diesem Vortrag gehe ich der Frage nach, ob die Klimabewegung in ihrer bisherigen Form gescheitert ist und wenn ja, warum. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf dem Pazifismus, den sich große Teile der Bewegung als moralisches Dogma auferlegt haben. Pazifismus nicht als Strategie, sondern als Identität. Als Grenze des Denk- und Handlungsraums.
Anhand historischer Beispiele möchte ich zeigen, dass politische Erfolge selten ausschließlich durch gewaltfreien Widerstand erreicht wurden. Oft waren es radikalere Akteur*innen, Sabotage, ziviler Ungehorsam und die glaubhafte Möglichkeit von Eskalation, die Machtverhältnisse tatsächlich verschoben haben.
Wann wird Pazifismus selbst zu einer stabilisierenden Kraft für den Status quo?
Und wie können neue Strategien aussehen, die der Dringlichkeit der Krise gerecht werden?
Der Vortrag ist eine Einladung für eine ehrlichen Auseinandersetzung: über Notwehr, Verantwortung, historische Erfahrungen von Widerstand und darüber, wie eine Bewegung aussehen könnte, die wirksam ist.